Der Verein

Der Förderverein Technikmuseum "Hugo Junkers" e.V. unterstützt seit der Gründung im Jahr 1992 mit seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Arbeit den Aufbau des Technikmuseums am historischen Junkers-Flugplatz zu einer Begegnungsstätte für alle technisch und geschichtlich interessierten Menschen.

Der thematische Schwerpunkt der Ausstellung informiert Sie anhand zahlreicher interessanter Exponate, Modelle, Dokumente und Fotografien über die Luftfahrt, sowie das bahnbrechende und vielseitige Wirken Hugo Junkers.

Kommen Sie doch einmal vorbei. Jeden Dienstag und Donnerstag kann man den Arbeitsgruppen des Museums bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
Wer weiss denn beispielsweise, wie genietet wird? Einige Vereinsmitglieder haben diese Fertigkeit noch erlernt und stellen sie gern unter Beweis.


Tragfläche der F-1


Blick ins Cockpitinner der F-13

 

Die Arbeitsgruppen

Hier erhalten die Arbeitsgruppen des Fördervereins Technikmuseum "Hugo Junkers" Dessau e.V. eine Plattform für eine Kurzpräsentation.

Der Jahresarbeitsplan steht Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.

 

Arbeitsgruppe Ju52 / F13 / J1

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Ju52 / F13 / J1 treffen sich jeden Dienstag und Donnerstag 9:00 Uhr im Technikmuseum. Der 1:1-Nachbau einer Junkers F13 ist abgeschlossen. Da diese Arbeiten direkt in der großen Museumshalle durchgeführt werden, haben Besucher die Möglichkeit, an den genannten Tagen bis etwa 14:00 Uhr diese Arbeiten zu beobachten. In unserem Museum können Sie sich ein Bild vom Gesamtumfang des Nachbaus machen.



In den kommenden Jahren entsteht der Nachbau einer Junkers J1, dem ersten Ganzmetall-Flugzeug überhaupt.

 

Arbeitsgruppe Aerodynamisches Zentrum

Projekt Windkanal

Im Mai 2014 erhielt des Museum eine Anfrage von WKK Klotzsche, ob Interesse an einem vorhandenen voll funktionsfähigen kleinen Windkanal besteht. Nach reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Schluss, dass hier eine Chance gegeben wird, diesen Windkanal als aerodynamisches Zentrum in das Museum zu integrieren.

Einige Angaben zum Windkanal Typ NKII:
Länge umlaufend ca. 36 m
Durchmesser max. 3 m
Baujahr 1953
Material Metall
Windgeschwindigkeit ca. 70m/s
Experimentalmodell ca. 1m x 1m x 1m



Wir haben uns dann für den Standort "Alte Gas- und Trafostation" auf dem Museumsgelände entschieden.



Große Aufwendungen sind notwendig, um das Projekt auszuführen. Innenwände müssen ausgebaut werden, zur Sicherung des Daches müssen Unterzugträger eingebaut werden.

3-D-Modell zur Gestaltung der Windkanalanlage
blau: Windkanal
grün: Besucher und Austellungsbereich

 

Arbeitsgruppe Archiv

 

Arbeitsgruppe Militärflugzeuge

 

Arbeitsgruppe Polysius-ZAB

Die Arbeitsgruppe Polysius - ZAB gestaltet in unserem Technikmuseum eine Ausstellung zur Geschichte dieses ehemaligen Dessauer Großbetriebes.

Ausstellung Polysius / ZAB

Die Arbeitsgruppe ZAB hat nach 1 1/2 Jahren intensiver Arbeit eine Ausstellung zur "Industriegeschichte Dessau - Zementanlagen seit 1886" gestaltet, die am 26. August 2014 feierlich eröffnet wurde.

Kurzfassung, Autor: Roland Bissot 2014

Von Dessau aus wurden wesentliche Akzente der Entwicklung der Maschinen- und Anlagentechnik für Zementanlagen gesetzt. Eine Tradition, die verpflichtet. POLYSIUS Dessau führte 1897 den Drehrohrofen auf dem europäischen Kontinent ein, der bis heute das verfahrenstechnisch bestimmende Aggregat in Zementanlagen geblieben ist.

 
Detailaufnahmen der ausgestellten Modelle

Nach 1945 wurde Dessau die Zentrale und wissenschaftlich-technisches Zentrum der Zementindustrie der DDR und Hauptproduktionsstandort für Zementanlagen für die DDR und den weltweiten Export. Die Ausstellung zeigt Bildmaterial, historische Dokumente und 12 detailgetreue, ehemalige Ausstellungsobjekte des VEB Zementanlagenbau Dessau auf internationalen Messen, zur Zementanlagen- und Zementmaschinentechnik.

Ausgehend von der geschichtlichen Entwicklung des Baustoffes Zement zum bedeutendsten Massenbaustoff wird über die zur Zementerzeugung in den vergangenen 160 Jahren angewendete Verfahrens- und Maschinentechnik informiert.

Die wesentlichen Schritte der Entwicklung der Zementanlagen wurden von der Brenntechnik bestimmt. Der Ringofen aus der Ziegelindustrie 1864, der Schachtofen und ab 1897 der Drehrohrofen. Als Nassdrehrohrofen eingeführt, 1928 durch das Lepolverfahren von POLYSIUS entscheidend verbessert. Dieses Verfahren wurde durch ZAB bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts genutzt. Große Anstrengungen der Dessauer Zementanlagenbauer ließen 1968/69 den Rückstand beim Trockenverfahren aufholen und eine eigene Vorwärmertechnik erfolgreich zum Einsatz bringen. Im In- und Ausland wurden 32 Zementanlagen mit ZAB-Vorwärmer für Leistungen bis 2000 t/d Klinker errichtet.
Gemeinsam mit VÖST-ALPINE Linz wurde 1984 die PASEC-Anlage in Mannersdorf errichtet, die mit < 700 kcal/kg Klinker Weltbestwert erreichte, der auch heute noch Bestand hat. In der Ausstellung wird die Technologie der modernen Zementherstellung mit der Modellgruppe 4000 t/d und mit der PASEC-Anlage gezeigt. Als Einzelmaschinen werden die Federrollenmühle und der Umluftsichter gezeigt, die u. a. Bestandteil der Zementanlagen sind.

 

 

Arbeitsgruppe Themenkreis

Im folgenden Text möchte sich die Arbeitsgruppe "Themenkreis" vorstellen.

Unser "Themenkreis Prof. Hugo Junkers" wurde 1984 unter dem Dach des damaligen "Kulturbundes der DDR" gegründet und war in der Zeit von 1996 bis Mitte 2006 als gemeinnütziger Verein im Vereinsregister eingetragen. Der § 2 der Vereinssatzung vom 07.02.1996 besagt:

"… dass der Verein der Erforschung, Bewahrung und Popularisierung des Lebenswerkes von Prof. Hugo Junkers dient, sowie die Pflege und Tradition des Junkers Flugzeug- und Motorenbaus und die der Gasgeräte- und Wärmetechnik wahrnimmt."

Zu diesem Zweck erfolgt auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Institutionen, welche ebenfalls die Junkers- Traditionen und die Erforschung der Luftfahrtgeschichte zum Inhalt haben.
Seit Mitte 2006 sind unsere Mitglieder als Arbeitsgruppe "Themenkreis" im Förderverein Technikmuseum Hugo Junkers" Dessau e.V. eingegliedert. So ist nun eine unkomplizierte und sehr fruchtbare Zusammenarbeit unter allen Vereinsmitgliedern im Förderverein möglich.
In einer Reihe von Jahren bestand der überwiegende Teil unserer Mitglieder aus ehemaligen hochqualifizierten Facharbeitern, Meistern, Ingenieuren und Lehrlingen der Junkers- Werke.
Inzwischen sind knapp drei Jahrzehnte vergangen. Leider sind nun nur noch ganz wenige Zeitzeugen aus den Anfangsjahren unter uns.
Doch auch die heutigen Mitglieder der Arbeitsgruppe sind beseelt von der Lebensleistung Prof. Hugo Junkers als Ingenieur, Unternehmer sowie auch von seiner menschlichen Art.
Jeder von uns bringt sich mit seinen Fähigkeiten und mit seinen Möglichkeiten, dazu mit Freude und Begeisterung, für unsere gemeinsamen Ziele ein.
Monatlich führen wir regelmäßig eine öffentliche Vortragsveranstaltung durch oder unternehmen an dieser Stelle jährlich zwei bis drei Exkursionen.
Nicht wenige Mitglieder unserer Arbeitsgruppe - dabei sind auch tüchtige Frauen - arbeiten zusätzlich in anderen Arbeitsgruppen des Fördervereins regelmäßig mit. Bringen sich mit ein bei der ständigen Erweiterung und Gestaltung des Technikmuseums oder forschen fleißig in den Archiven.
Wir Mitglieder der Arbeitsgruppe "Themenkreis" laden Sie herzlich zu unseren interessanten Veranstaltungen oder auch zum Besuch des Technikmuseums ein.
Willkommen bei uns ist auch jedes neue Mitglied - ob männlich oder weiblich - und gleich welchen Alters. Wer Interesse hat, findet bei uns Sinnerfüllung und individuelle Aufgaben, die ganz sicher Freude machen!

 

Arbeitsgruppe Junkerspfad / Junkers-Architektur

Die Arbeitsgemeinschaft Junkers-Architektur gründete sich im Januar 2013 aus der Initiativgruppe gegen den Abriss des Junkalor-Verwaltungsgebäudes an der Altener Strasse. Sie trat im selben Jahr dem Förderverein Technikmuseum Hugo Junkers e.V. bei. Wir widmen uns dem baulichen Erbe des Wirkens von Prof. Hugo Junkers im Dessauer Stadtgebiet. Das Ziel der AG ist dessen Schutz und seine touristische Erschliessung, auch im Hinblick auf eine identitätsstiftende Wirkung bei der Dessauer Bürgerschaft. 

Wir hatten die Idee eines "Junkers-Pfades Dessau", der sowohl unmittelbar im Stadtgebiet als auch über eine Internetseite erlebbar ist. Diesen möchten wir in das geplante touristische Leitsystem der Stadt Dessau-Rosslau integrieren, um somit der Tragweite des Einflusses von Prof. Hugo Junkers auf Dessau bis in die Gegenwart gerecht zu werden. Die Arbeitsgruppe sieht sich in der Verantwortung, den inhaltlichen Teil dieses Junkers-Pfades auszugestalten. 

Als ersten sichtbaren Schritt hat die AG 2016 eine ca. 6 m hohe "digitale Skulptur" errichtet, etwa dort, wo einst das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude des ehemaligen Junkers-Kaloriferwerkes mit seinem innovativen Stahlskelett klinkerverkleidet stand. Die Skulptur wurde mit geborgenen Stahlträgern aus diesem Bauwerk geformt. An der Skulptur sind Informationen lesbar bzw. abrufbar.

Um eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen, hat die AG eine Homepage "Junkers-Pfad Dessau" über das Wirken von Prof. Hugo Junkers an 18 ausgewählten Standorten im Stadtgebiet entwickelt. So soll u.a. auch direkt vor Ort über einen QR-Code Informationen  zur Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitsgruppe die Neugierde für die Bauhausstadt und das Wirken von Hugo Junkers geweckt werden.

Weiterhin hat die AG 15 Roll-Ups fertigen lassen, die über das Schaffen von Prof. Hugo Junkers in Dessau berichten. Diese Roll-Ups können als komplette Ausstellung verliehen werden. 

 

Arbeitsgruppe Flugsimulator IL18 / F-13 Simulator / Kinder-Simulator

Die Arbeitsgruppe Flugsimulator IL18 hat sich neu formiert. Erfreuliche Neuigkeiten: Der Simulator wird zur Zeit wiederbelebt!

Paneldetail der IL-18

Ein F-13 Simulator ist in Arbeit. Ein funktionstüchtiges Exemplar, das in unserem Museum entstand, kann in Bremen in der "Bremenhalle" besichtigt werden.

 

Arbeitsgruppe Raketenpionier „Johannes Winkler“

Die Arbeitsgruppe Raketenpionier „Johannes Winkler“ gestaltete im Technikmuseum eine Ausstellung zum Leben und Wirken des Raketenpioniers und Raumfahrtenthusiasten Johannes Winkler (1897-1947).

Winkler gründete 1927 den „Verein für Raumschiffahrt (VfR)“ und gab eine entsprechende Fachzeitschrift zum Thema Raketentechnik und Raumschiffahrt („Die Rakete“) heraus.

Durch seine Laborversuche an der TH Breslau zur Messung von Schubverläauml;ufen an Feststofftriebwerken und erste Versuche zur Konstruktion eines Antriebsapparates für flüssige Brennstoffe („Strahltriebwerk“) wurde Prof. Hugo Junkers auf ihn aufmerksam und stellte Winkler 1929 als Versuchsingenieur in seiner Forschungsanstalt in Dessau an. Hier führte Winkler Untersuchungen zu Raketen als Starthilfe für Flugzeuge durch.

Privat entwickelte Johannes Winkler Raketen mit Flüssigkeitstriebwerken, die senkrecht aufsteigen sollten und bisher unerreichte Höhen bis hin zum Weltraum erreichen sollten.

Im Jahre 1931 gelang ihm dann auch der erste Startversuch einer Rakete (HW1), die mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan angetrieben wurde. Dieser Raketenflug war der erste seiner Art in Europa und fand auf dem ehemaligen Exerzierplatz bei Dessau-Großkühnau statt. Dieser historische Startplatz liegt nur wenige Fahrminuten vom Technikmuseum entfernt.

Johannes Winkler erprobte erfolgreich noch weitere Flüssigkeitsraketen in Dessau und bei Berlin („Rakenflugplatz“ Reinickendorf bzw. Tegel). Sein größtes Modell, die ca. 2m hohe HW2, explodierte dann 1932 bei einem Startversuch auf der Frischen Nehrung bei Pillau.

In unserem Ausstellungsbereich zu Johannes Winkler können Sie sich über seine Pionierleistungen auf den Gebiet der Raketentechnik bis hin zu Entwicklungen der modernen Raumfahrttechnik ausführlich informieren. Alle wichtigen Raketen, die Johannes Winkler baute und erprobte, können hier in detaillierten 1:1-Modellen besichtigt werden.

   

(Text: Wilfried Mühlisch, 2018)